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Task Force-Einsatz 1999 in der Türkei

veröffentlicht am Mittwoch, 22.September 1999 um 15:19 Uhr

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Der 25-Jährige Yüksel Dursun stand an seinem Arbeitsplatz und träumte von einer besseren Zukunft. 18 Monate Wehrdienst lagen hinter ihm. Nur noch wenige Tage. und die Probezeit bei seinem neuen Arbeitgeber, einem Betrieb der Kunststoffindustrie in Adapazari, war überstanden. Endlich winkte ihm und seiner Frau ein gesichertes Einkommen.

Lebendig begraben

Doch es sollte anders kommen. Das Schicksal schlug gnadenlos zu: Ein ohrenbetäubender Lärm übertönte das nächtliche Rattern der Motoren in der Fabrikhalle. Wie berstendes Eis schwankte der Boden der Halle. Betonpfeiler knickten um wie Strohhalme. die Decke stürzte ein und begrub Yüksel Dursun unter den Trümmern.. Lebendig begraben, den rechten Unterschenkel eingeklemmt wagte er kaum zu atmen. Jede Bewegung verursachte unerträgliche Schmerzen - 24 Stunden dauerten diese Qualen, bis ihn seine Arbeitskollegen befreiten.
Dursun Yüksel konnte aufatmen, er lebte. Aber sein Leidensweg ging weiter:
Amputation
Das Krankenhaus von Adapazari war überfüllt - die Schmerzen im rechten Bein wurden unerträglich. Zwei Tage verstrichen, bis er behandelt wurde. Zu spät. In Adapazari konnte man nichts mehr für ihn tun. Er wurde in ein Krankenhaus nach Istanbul geflogen. Eine Welt stürzte für den 25-Jährigen ein, als er aus der Narkose erwachte und sah, sein rechter Unterschenkel ist weg. Drei Monate nach dem Erdbeben hat Yüksel Dursun wieder neuen Lebensmut bekommen. weil ihm hierzulande geholfen wurde.
Filiz Aydin, eine junge Türkin aus Stolberg, rief gemeinsam mit dem Verein zur Förderung des ganzen Menschen in der häuslichen Pflege, dem Pflegedienst Gipperich und dem Sanitätshaus Schultes zu einer Spendenaktion für Erdbebenopfer in der Türkei auf. Ein in Düren lebender Onkel des Erdbebenopfers erfuhr durch die Presse von dieser Aktion. Er schilderte dem Förderverein das Schicksal seines Netten. Und man half.
Ein Flug nach Deutschland wurde arrangiert. Der Onkel gewährte Unterkunft. Das
Sanitätshaus Schultes fertigte kostenlos eine Prothese an. Flugkosten, Visum, Krankenversicherung und Medikamente wurden aus Mitteln der Spendenaktion finanziert.

Ein Monat in Deutschland
Einen Monat weilte der junge Türke in Düren, um sich mit seiner Prothese vertraut zu machen. Jetzt ging es zurück in die Türkei, heim zu seiner Frau, aber auch heim in eine ungewisse Zukunft. Dennoch: Dursun Yüksel bedankt sich bei allen Spendern. „Ich habe Glück im Unglück gehabt“, sagt er beim Abschied. Ein Aufenthalt in Deutschland und eine Prothese wären für mich nicht finanzierbar gewesen.